18.01.2020
Sie wollen frischen Wind für Teising

Freie Wähler bestimmen Kandidaten für die Kommunalwahl – Liste paritätisch mit Frauen und Männern besetzt

Teising. Frischen Wind wollen die Freien Wähler ins Rathaus bringen. Bei der Aufstellungsversammlung im Reiterhof sah stellvertretende Kreisvorsitzende Barbara Strehle die FW als feste Größe in der Kommunalpolitik, die unaufgeregt und sachgerecht ihre Aufgaben erledige. Als Kraft in der Mitte, unbeeinflusst von außen, sehe sich die Partei dem Gemeinwohl verpflichtet.

Martin Nützl, Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion, betonte mit sichtlichem Stolz, erstmals in der Geschichte Teisings habe es eine politische Gruppierung geschafft, die Kandidatenliste paritätisch mit Frauen und Männern zu besetzen. Angeführt wird diese von Claudia Heiß (54), die nicht nur für den Gemeinderat kandidieren wird, sondern – wie berichtet – auch als Mitbewerberin von Johann Hiebl um das Amt des Bürgermeisters kämpfen wird. 18 Jahre Regentschaft immer unter der gleichen Person seien genug, stellte sie klar; es sei Zeit für einen Wechsel. Routine schwäche die Leidenschaft für das übertragene Amt. Die FW als Anwalt der Bürger werden Teising wirtschaftlich und umweltpolitisch fitter machen, versprach Heiß. Demokratie sei grundsätzlich erst einmal anstrengend, aber es gelte immer, ein konsensfähiges Ergebnis für alle Bürger zu erzielen. Erst wenn alle mitreden könnten, werde die Demokratie belebt.

Wichtig sei ihr, so Heiß, die Bürger und den Gemeinderat vorab zu informieren und nicht bereits getroffene Entscheidungen vor die Nase zu setzen. Weiter sollen Bürgerfragestunden vor jeder Gemeinderatssitzung und Bürgerbefragungen die Anwohner in das politische Geschehen einbinden. Bewährtes bewahren und notwendige Veränderungen innovativ und mit Mut angehen, sei die Devise, so Heiß weiter. Den Ausbau des Gewerbegebiets voranzutreiben, um die jungen Mitbürger an den Ort zu binden und neue Einwohner hinzuzugewinnen, nannte sie als eine der vordringlichsten Aufgaben. Dafür müsse auch neuer Wohnraum geschaffen werden; Mehrfamilienhäuser im Einklang mit der bestehenden Bebauung seien eine denkbare Lösung. Sich mit viel Geld und Schuldenfreiheit zu brüsten, genüge nicht, wenn auf anderer Seite ein riesiger Investitionsstau bestehe. Bei Straßen und Gehwegen gebe es gewaltigen Handlungsbedarf, wie auch bei der unzureichenden Straßenbeleuchtung, die mit LED auszustatten sei.

Die FW seien „keine wild gewordenen Ökoterroristen“, so Heiß; sie sehe Klimaschutz mit Augenmaß und denke in Teising an die Nutzung der Abwärme aus Biogasanlagen, an Solardächer auf gemeindeeigenen Gebäuden und an Radwege, die nicht im Nirwana enden, sondern Teising mit dem Schulzentrum und dem Krankenhaus in Altötting verbinden. „Jung, aber nicht leichtsinnig; die Gleichberechtigung leben; innovativ, ohne Bewährtes umzustürzen“ – mit diesem Appell schloss Heiß ihre Vorstellung.

24 Bewerber präsentieren die FW zur Wahl. Martin Nützl als Kandidat Nr. 2 kritisierte deutlich die mangelnde Entschlussfähigkeit des amtierenden Bürgermeisters; Hiebl mache alle Themen für sich alleine aus und ziehe dann die Abstimmungen gnadenlos durch. Der Ökomodellregion, der sich zahlreiche Kommunen angeschlossen hätten, habe Hiebl keine Bedeutung beigemessen, so Nützl. Die notwendige Entwicklung eines Ortszentrums schlage fehl, solange überregionaler Verkehr mitten durch Teising laufe. Kastl und Unterneukirchen hätten hier Lösungen umgesetzt und verfügten über belebte Ortszentren. Hier sei konzeptionelles Denken gefordert, so Nützl.

Fritz Mayringer liegt das Sportheim am Herzen. Es könne nicht sein, dass in fünf Jahren fünf verschiedene Pächter die Gaststätte betrieben hätten. Hiebl habe bei seiner Auswahl keine glückliche Hand bewiesen. Aus seiner langjährigen Erfahrung im Vertrieb einer Brauerei kenne er die Problematik mit Gaststättenpächtern bestens, so Mayringer. Es gebe sehr gute Betreiber, die es sorgfältig auszuwählen gelte.

In großer Einmütigkeit forderten die übrigen Kandidaten bei ihrer Vorstellung deutliche Verbesserungen bei Straßen und Gehwegen, Förderung der Kinder, eine bessere Informationspolitik und einen ehrlichen Umgang mit allen. Die Vereine müssten weiter unterstützt werden, um die Jugendlichen an Teising zu binden.

Die Abstimmungen fielen jeweils eindeutig aus; Bürgermeisterkandidatin Claudia Heiß erhielt die Stimmen aller 28 Wahlberechtigten, genauso wie die Liste der Bewerber um einen Sitz im Gemeinderat.  − haw

Quelle: Alt-Neuöttinger Anzeiger, vom 13. Jan. 2020

DIE KANDIDATEN

1. Claudia Heiß (54 Jahre),

2. Martin Nützl (58),

3. Katrin Pichalow (35),

4. Christoph Färber (31),

5. Brigitte Fackler (35),

6. Hans Reischl (62),

7. Nadine Färber (31),

8. Ricardo Schmidbauer (38),

9. Silvia Schmidbauer (39),

10. Michael Maier (34),

11. Anja Hinterwinkler (30),

12. Michael Hinterwinkler (34),

13. Cornelia Bauer (60),

14. Reinhold Gulitz (69),

15. Marianne Gulitz (67),

16. Michael Elfers (54),

17. Rosi Angermann (55),

18. Reiner Pöppe (61),

19. Irene Heiduczek (53),

20. Helmut Märkl (54),

21. Marianne Pichler (66),